7 interessante Fakten rund um das Thema Atem

Der Atem hat einen großen Einfluss auf alle Körpersysteme. Durch die Verbindung von Atemluft, dem Atemsystem, verschiedenen Gasen und was sonst noch alles dazu gehört, sind durch die Evolution sehr viele interessante Mechanismen entstanden. Mit einer kleinen Auswahl möchte ich Dir ein paar Impulse geben, doch einmal über das „Wunderwerk Atmung“ nachzudenken.  

1. Du atmest Evolution

Mit jedem Atemzug atmest Du ein Produkt aus 4.7 Milliarden Jahren Evolution. Das sind bei 12 Atemzügen zu je 500 Milliliter pro Minute 9.000 Liter dieser Luft pro Tag. Und noch spannender: Der Harvard Astronom Harlow Shapley hat in einer Berechnung gezeigt, dass wir heute noch Moleküle des Edelgas Argon einatmen, die einst Menschen wie William Shakespeare ausgeatmet haben.

2. Deine Nase ist eine Luftaufbereitungsanlage

Deine Nase filtert, befeuchtet und erwärmt die Atemluft – sie bereitet diese so perfekt für die Lunge vor. Mit dem Rechenbeispiel von oben sind das bei 12 Atemzügen zu je 500 Milliliter pro Minute in einer Nacht mit acht Stunden Schlaf 3.000 Liter Luft.

3. Lungenbläschen und Gasaustausch

Der Gasaustausch (Sauerstoff und Kohlendioxid) zwischen Atemluft und Blut findet im Körper in den Lungenbläschen oder Alveolen statt. Diese Alveolen haben die Form kleiner Bläschen und schwanken von der Größe, je nachdem, ob Du ein- oder ausatmest, zwischen 50 -250 µm. Ihre Anzahl wird auf ungefähr 300 Millionen und die Gesamtoberfläche auf 80-120 qm berechnet. In anderen Worten, der Gasaustausch findet auf einer Fläche von ungefähr einem ½ Tennisplatz statt!

4. Ausatmung und Fettverbrennung

Jeder hat sich schon einmal mit dem Thema Fettverbrennung und abnehmen beschäftigt. Was denkst Du, wie das Fett den Körper verlässt? (Wie? Kurze Erklärung, wird aus dem folgenden nicht ganz klar) Die Wenigsten wissen, dass die Atmung hier eine Schlüsselrolle spielt und die Lunge für die Fettverbrennung das wichtigste Organ ist. Sauerstoff verbrennt Fett, daraus entsteht Kohlendioxid und Wasser, was über die Ausatmung aus dem Körper ausgeschieden wird.

5. Kohlendioxid und Verdauung

Kohlendioxid (CO2) verbinden viele mit einem Abfallgas oder als schädliches Gas für die Umwelt. Dabei hat es viele wichtige systemische Wirkungen im Körper. Als Relaxans erhöht es die Durchblutung und sorgt so auch für eine bessere Verdauung. Das merkst Du, wenn Du am Morgen Atemübungen praktizierst und danach schnell auf die Toilette musst. 

6. Stickstoffmonoxid (NO) und Atemluft

Sag JA zu NO. Sorry, Flachwitz. Stickstoffmonoxid, also NO, ist ein Signalmolekül des Herz-Kreislaufsystems mit essentiellen Aufgaben im Körper. Es wird in der Nasennebenhöhle gebildet, ist antibakteriell, antiviral und sterilisiert die Atemluft. Das ist auch der Grund, warum du eine 24/7-Nasenatmung entwickeln solltest. Der Mund ist zum Essen da, nicht zum Atmen, da die Luft nicht durch die Nase aufbereitet und durch NO sterilisiert wird. Man könnte auch sagen, Mundatmung ist „toxisch“.

7. Tiefer Atemzug und Sauerstoff

Wusstest Du, dass ein tiefer Atemzug, zum Beispiel während einer intensiven Sporteinheit, gar nicht den Sauerstoffgehalt im Körper erhöht? Klingt erstmal paradox, doch wenn Du weißt, dass die Menge Kohlendioxid im Blut darüber entscheidet, wie viel Sauerstoff der Körper wirklich nutzen kann, versteht Du es besser. Statt einem tiefen Atemzug, machst Du besser mehrere kleine Atemzüge und hältst sogar idealerweise die Luft an. So erhöhst Du den Kohlendioxidanteil im Blut und nutzt den Schlüssel zur Freisetzung des Sauerstoffs aus den roten Blutkörperchen. Das physiologisches Prinzip dahinter nennt man „Bohr Effekt“.

Quellen